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Paradigmenwechsel: Kinderschutzbund verabschiedet Erklärung ‚Hilfe statt Gewalt‘

Aufbauend auf die am Weltkindertag 1987 gestartete ‚Hilfe statt Gewalt‘- Kampagne des Deutschen Kinderschutzbundes verabschiedet die Bundesmitgliederversammlung die Erklärung zur ‚gewaltsamen Beeinträchtigung von Kindern in der Familie‘. Demnach sind für den Zusammenhang familiärer Gewaltanwendung folgende gesellschaftliche Aspekte als bedeutsam für die Gesamtproblematik anzusehen: Die staatliche Gewalt, die strukturelle Gewalt, die Einstellung zum Kind, soziale Ungleichheit, familiäre Faktoren als Bedingung für Gewaltanwendung sowie familienstrukturelle und familienspezifische Faktoren. Der Beschluss bedeutet einen Paradigmenwechsel im Kinderschutzbund hin zu einem modernen Kinderschutz. Die Abkehr von einer straf- und sanktionsorientierten Haltung gegenüber misshandelnden oder vernachlässigenden Eltern öffnet den Blick für notwendige Hilfen für die kindlichen und jugendlichen Betroffenen sowie für ihre Familien. Daraus resultieren vielfältige Hilfeformen, die auf die Mitwirkungsbereitschaft der betroffenen Familien setzten. Eine Entwicklung, die sich 1990 im SGB VIII Kinder- und Jugendhilfegesetz niederschlägt.

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