Bundesweit erneut Höchststand bei Kindeswohlgefährdungen
Zahlen in Schleswig-Holstein leicht rückläufig – kein Grund zur Entwarnung
Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen in Deutschland hat zum vierten Mal in Folge einen neuen Höchststand erreicht. Laut statistischem Bundesamt1, stellten die Jugendämter 2025 in rund 79.800 Fällen eine Kindeswohlgefährdung durch Vernachlässigung, psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt fest. Dies ist ein Anstieg um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Schleswig-Holstein sank die Zahl der festgestellten Kindeswohlgefährdungen dagegen von 2.721 auf 2.481 Fälle. Im längerfristigen Vergleich bleibt das Niveau jedoch hoch: 2019 lag die Zahl noch bei 1.527 Fällen.
„Hinter jeder Zahl steht das Leid eines Kindes oder Jugendlichen. Das dürfen wir nie vergessen“, mahnt Sophia Schiebe, Landesvorsitzende. „Die Zahlen in Schleswig-Holstein sind kein Grund zur Entwarnung, denn sie bilden nur das Hellfeld ab. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Viele Kinder und Jugendliche leiden im Verborgenen, ohne dass ihre Not jemals sichtbar wird oder in einer Statistik auftaucht“, so Sophia Schiebe.
Sophia Schiebe fordert: „Kinderschutz braucht Verlässlichkeit und Kontinuität. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor körperlicher, sexueller und seelischer Gewalt sowie vor Vernachlässigung muss entschlossen gestärkt werden. Wir brauchen flächendeckende Angebote für betroffene Kinder und Jugendliche – auch im ländlichen Raum, akute Krisenintervention ohne Wartezeit, mehr Prävention und Aufklärung und eine bessere Ausstattung der Jugendämter.“
1 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/08/PD26_284_225.html